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Charles Bronson-Box (2012)

Action, Crime , geschriebenam 26 Januar, 2012 von Keine Kommentare

Kalter Hauch

(„The Mechanic“ directed by Michael Winner, 1972)

Arthur Bishop (Charles Bronson) ist ein Auftragskiller, der eines Tages beauftragt wird, seinen eigenen Freund umzubringen. Der Sohn des Freundes, Steve (Jan-Michael Vincent), verbringt nach diesem Vorfall viel Zeit mit Bishop und ist sehr interessiert an seiner Person (das Drehbuch von Lewis John Carlino hatte homosexuelle Andeutungen der beiden Protagonisten vorgesehen, was Bronson abgelehnt hatte) und versucht herauszufinden, womit Bishop sein Geld verdient. Als dieser eines Tages entgegnet, er sei „Mechaniker“, ahnt Steve, welchen Beruf dieser in Wirklichkeit ausübt und bittet ihn, ihm die Kunst des Tötens zu lehren. Bishop sagt zu, versäumt es aber, seinem obersten Boss davon zu berichten. Als dieser schließlich herausfindet, dass sein bester Mann einen Schüler unter seine Fittiche genommen hat, beauftragt er Steve, Bishop umzubringen und schickt beide für einen gemeinsamen Auftrag nach Italien. In der Zwischenzeit hat Bishop jedoch vom Plan Steves erfahren und so beginnt eine gefährliche Reise, bei der einen immer die Frage begleitet, wer als Erster das Zeitliche segnen wird…
Das Problem des Filmes ist, dass Regisseur Michael Winner den vom Drehbuch zugedachten psychologischen Aspekten kaum etwas abzugewinnen vermag und sich – das Seelenleben des Protagonisten nur kurz anschneidend – in oberflächlichen Explosionen und Effekten verliert. Wie kaputt die Psyche des Hauptcharakters Bishop letztlich ist, wird erst durch genaue Betrachtung, Interpretation und Analyse deutlich und das Faktum, dass Winner sich eben nicht auf dieses konzentriert, ist entscheidend dafür, dass der Schluss des Filmes viel von seiner eigentlichen Wirkung verliert, die der Film leicht hätte erzielen können.

Arthur Bishop ist ein komplexer Charakter. Vordergründig ein einsamer Jäger, der eine Prostituierte dafür bezahlt, dass sie seine Geliebte spielt, zu der er nach langer Zeit zurückkehrt und die ihm die Sehnsucht nach ihm vorspielen muss und dafür von Bishop bezahlt wird. Doch Arthur Bishop ist mehr als ein kaltherziger Beobachter, der tatenlos und stumm zusieht, wie sich die Freundin eines Bekannten vor seinen Augen die Pulsadern aufschneidet und zu verbluten droht. Die letzte Freude, die er empfinden kann, liegt in der Kunst und der Musik. In seinem großen Anwesen, finanziert durch Auftragsmorde, sammelt er zahlreiche Gemälde, die er wie paralysiert studiert und zu einem Glas Whiskey der im Gesamtzusammenhang grotesk wirkenden, harmonischen Musik Beethovens lauscht, welche über ihm eine bessere Welt verspricht, in der er – wohl wissend aufgrund seiner Determination – nie Einzug halten wird.
Warum bringt er Steve nicht sofort um, als er erfährt, dass dieser ihn umlegen soll?
Was hat die Szene zu bedeuten, in der Bishop einen Zusammenbruch erleidet, einen Ohnmachtsanfall, von dem er in einer Krankenstation erwacht?
Was bedeutet dem Auftragsmörder das Leben und was bedeutet ihm sein Leben?
Das freudlose Dahinvegetieren eines nihilistischen Gesetzesbrechers, der nur Ansätze der Freude in der Kunst erfahren kann, wird umrissen, kommt zu kurz, um Platz zu machen für effekthascherische Action-Sequenzen, die allerdings derart unterhaltsam und fesselnd sind, dass „Kalter Hauch“ als reiner Actionfilm alle Wünsche zu erfüllen mag.

Wertung: 3,5 von 5

Der Grenzwolf

(„Borderline“ directed by Jerrold Freedman, 1980)

Jeb Maynard (Charles Bronson) ist der Grenzwolf, ein Polizist auf Patrouille an der Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten. Anfang der 80er Jahre wurden zahlreiche Filme gedreht, die sich mit illegalen Einwanderern, die ihren Weg aus der Armut durch eine Flucht in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten antreten wollten – eine heiße politische Situation zu jener Zeit. Aufgrund dieser Hintergründe bezeichnete Bronson selber diesen Film als einen, der den Zuschauer bilden und gleichzeitig unterhalten würde. Hierbei sei anzumerken, dass es sich um denselben Bronson handelt, der Regisseur Ingmar Bergman, als dieser das Set zu „Breakheart Pass“ besuchte, voller Verwunderung fragte, ob Bergman in seinen Filmen denn keine Maschinengewehre benutze.
Der Grenzwolf“ bildet den Zuschauer nicht mehr als die „Tele-Tubbies“. Unterhaltsam ist Bronsons Jagd auf die Mörder seines Kollegen jedoch allemal.

Es geschieht eines Abends, als sein langjähriger Freund und Polizist erschossen abseits einer Straße nahe der Grenze zu Mexiko erschossen wird – zusammen mit einem noch jungen Mann, der in den Vereinigten Staaten sein Glück finden wollte. Fortan kennt Jeb nur noch ein Ziel: die Mörder ausfindig zu machen und seinen Kollegen zu rächen.
Der Grenzwolf“ ist ein recht banaler, aber dennoch kurzweiliger Film, dessen größtes Problem es ist, so emotional zu sein wie gefrorene Butter. Durch die Tatsache, dass der Zuschauer nicht das Geringste über die Charaktere, ihr Seelenleben oder ihre Situation erfährt, wird viel Potential verschenkt, dass der Spannungssteigerung zugute gekommen wäre, würde man mit den Personen auf der Leinwand mitfühlen. Das macht aus dem Grenzwolf die gefühlte hundertste Version eines Bronson-Thrillers um den erbarmungslosen Rächer; Filme, die üblicherweise in einem brisanten Showdown enden. So auch dieser. Regisseur Freedman liefert damit nichts Neues, sondern lediglich solide, wenn auch ernüchternd sterile Unterhaltung.

Wertung: 2,5 von 5

Der weiße Büffel

(„The White Buffalo“ directed by J. Lee Thompson, 1977)

Der weiße Büffel” ist einer der weniger bekannten Filme mit Charles Bronson und ein lange Zeit in Vergessenheit geratener Spätwestern aus den 70er Jahren. Dass man dieses Werk derart schnell vergessen konnte, verwundert hierbei, handelt es sich hierbei doch zweifellos um einen der skurrilsten Streifen jener Zeit, der von manchen Filmkritikern gar als Variation auf Steven Spielbergs „Der weiße Hai“ angesehen wurde.
Der weiße Hai ist in diesem Fall ein weißer Büffel, der es wagt, in den Alpträumen des berüchtigten Schützen Bill Hickok (Charles Bronson) aufzutauchen und ihn damit in den Wahnsinn zu treiben. Fortan kennt der abgebrühte Einzelgänger nur noch ein Ziel: er will den weißen Büffel endlich erlegen, um wieder in Ruhe schlafen zu können. Unterstützung erhält er von einem alten Bekannten und einem Indianer, mit dem er sich anfreundet – letzterer dient dazu, wenig tiefschürfende Diskussionen über den Umgang zwischen Cowboys und Rothäuten anzustellen, was hier unvermeidlich gewesen sein mag, die Geschichte jedoch auch nicht im Mindesten weiterbringt.

Die Geschichte um den Büffel scheint hier ohnehin lediglich als Aufhänger zu fungieren, als roter Faden für diverse kurze Episoden, die Hickcok auf seiner Tour, dem Ungeheuer das Lebenslicht auszublasen, durchleben muss. Das funktioniert erstaunlich gut und baut sich zu einem stimmungsvollen Spätwestern auf, der teilweise zur surrealistisch-verstörenden Höchstform aufläuft, sofern es ihm gelingt, diese durch unfreiwillig komisches, unreal wirkendes Set-Design und das fast peinlich hölzerne Spiel Bronson nicht jäh zu zerstören. Letzterer wirkt in seiner deplatziert wirkenden Sonnenbrille gar wie ein gnadenlos cooler Desperado aus einer Tarantino-Hommage. „Der weiße Büffel“ ist ein skurriler, aber auch – wie alle drei Filme in dieser Box – höchst unterhaltsamer Streifen, dessen Finale arg zäh gerät, durch die dissonant-düstere Musik John Barrys aber auch viel an Stimmung und Atmosphäre gewinnt.

Wertung: 3 von 5

Die Charles Bronson-Box ist seit 12. Jänner auf DVD erhältlich

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Roller Girl

Komödie, Sport , geschriebenam 24 Januar, 2012 von 2 Kommentare

(„Whip It“ directed by Drew Barrymore, 2009)

Bliss (Ellen Page) wird von ihrer Mutter gegen ihren Willen zu Schönheitswettbewerben geschleppt und soll dort möglichst den ersten Platz machen. Wenn dies nicht gelingt, ist zu Hause dicke Luft angesagt. An dem Tag, als Bliss einen Flyer für das nächste Roller Derby in die Hand gedrückt bekommt, weiß sie wie ihre Zukunft aussehen soll. Mit ihrem chaotischen Team kämpft sie sich allmählich an die Spitze, doch ihre härteste Rivalin (Juliette Lewis) stellt sich einem Titel wortwörtlich in den Weg. Denn diese Sportart auf Rollschuhen ist alles andere als harmlos.
Eine nette Geschichte kombiniert mit hübschen Darstellerinnen und einer interessanten Sportart. Die recht normale amerikanische Familie mit einer herrischen Mutter und dem üblichen angestrebten Wunsch nach erfolgreichen Kindern entpuppt sich als herzlicher Clan, welcher für ein rührseliges Happy End sorgt.

Obwohl Drew Barrymore als Regisseurin, wie auch Darstellerin gute Arbeit geleistet hat, darf man hier keine Highlights erwarten, der Film ist sympathisch und sehr angenehm anzusehen. Zwischenmenschliche Beziehungen, die erste Liebe, Unstimmigkeiten mit den Eltern und der übliche Verlauf eines Teenie-Sportfilms. Nachdem die sportlich völlig unerfahrene Bliss ein paar Übungsstunden hinter sich gebracht hat, bricht sie bereits den bisherigen Geschwindigkeitsrekord und ist wesentlich besser als ihre Teamkolleginnen, die schon lange dabei sind. So ist der restliche Filmverlauf auch keine allzu große Überraschung mehr, funktioniert aber immer wieder.

Auch ich freue mich über solche Macharten, wenn Humor, sowie Stimmung zur Genüge vorhanden sind. Allerdings ist Roller Girl an vielen Stellen so seicht, dass man sich nicht lange daran erinnern wird. Für den Moment allerdings behalte ich einen durchaus positiven Eindruck zurück.

Wertung: 6.5 von 10

Roller Girl erscheint am 3. Februar auf Blu Ray und DVD

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Company Men

Drama , geschriebenam 23 Januar, 2012 von Keine Kommentare

(„The Company Men“ directed by John Wells, 2010)

Company Men erzählt die dramatische Geschichte über einer amerikanischen Firma, die sich von einer Großzahl ihrer Mitarbeiter trennen muss, um einen Bankrott zu verhindern.
Bobby Walker (Ben Affleck) ist einer von ihnen und bis lang in einer leitenden Position tätig gewesen. Durch die Kündigung ist es ihm nicht möglich seinen hohen Lebensstandard zu halten und er sieht sich gezwungen seinen Sportwagen, sowie das teure Haus zu verkaufen. Als Höhepunkt muss er mit seiner Familie zu seinen Eltern ziehen und wird bei einer Bewerbung nach der anderen abgelehnt. Auch sein ehemaliger Boss Gene McClary (Tommy Lee Jones) verliert aus heiterem Himmel seine Anstellung, fühlt sich aber dennoch verantwortlich für die ruinierten Leben seiner ehemaligen Mitarbeiter, hat aber gleichzeitig einen großartigen Plan.

109 Minuten mit vorrangig sanften Klängen hinter einer nachdenklich stimmenden Kulisse. Company Men ist definitiv kein Werbefilm für Amerika und präsentiert zur Abwechslung mal die weniger heldenhaften Seiten. Der Standardspruch „vom Tellerwäscher zum Millionär“ wird hier auf den Kopf gestellt und lässt einen Blick auf die gegenteilige Entwicklung zu.
Jede der fünf Hauptpersonen hat nicht schlecht verdient und anscheinend das gesamte Ersparte in Aktien, Häuser, Autos und andere Luxusgüter gesteckt. Als die Aktien dann in den Keller segeln und kein regelmäßiges Einkommen mehr da ist, kommt kaum einer von ihnen noch über die Runden. Hauptsache der äußere Eindruck stimmt und für den heilen Moment ist alles in Ordnung, sparen ist doch nur was für Weicheier.

Nicht nur die wahren Aspekte an diesem Drama überzeugen den gefesselten Zuschauer, auch die beeindruckende Auswahl der Darsteller ist ein Hinkucker. Neben Ben Affleck und Tommy Lee Jones sind noch Kevin Costner, Chris Cooper, Maria Bello und mehr mit von der Partie. Zudem verzichtet John Wells auf überflüssigen Klamauk oder herzzerreißende Attacken auf die Gefühle und trotzdem ist und bleibt Comapny Men ein mitreißendes gelungenes Drama. Obwohl ich ungern Dramen anschaue, bin ich überzeugt und keines Falls abgeneigt den Film ein weiteres Mal anzusehen.

Wertung: 7 von 10

 

Company Men ist seit 9. Dezember 2011 auf Blu Ray und DVD erhältlich

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Leitfaden für Seitensprünge

Komödie , geschriebenam 21 Januar, 2012 von Keine Kommentare

(“A Guide for the Married Man” directed by Gene Kelly, 1967)

A Guide for the Married Man“ ist – wie dem deutschen Verleihtitel zu entnehmen ist – eine ziemlich unmoralische Farce, die das sexuell gerade erst erwachte Amerika 1967 in die Kinos brachte und Frauen zu reinen Sexobjekten stilisiert. Männer allerdings auch. Einer dieser Männer ist  Paul Manning (Walter Matthau), der mit seiner Ehefrau Ruth (Inger Stevens) ein glückliches Leben führt, das von einer gemeinsamen Tochter gekrönt ist. Das hindert Paul freilich nicht daran, anderen Frauen hinterherzusehen – eine Schwäche, die zum Running Gag dieser wenig bekannten Komödie wird. Diese Gelüste werden allerdings nie derart hoch, dass Paul – so behauptet er zumindest – auch nur ansatzweise einen Seitensprung in Erwägung zieht. Er liebt seine Frau, seine Tochter, sein Haus und würde auf keinen Fall all das aufs Spiel setzen, auch wenn die Verlockungen des weiblichen Geschlechts – die prallen Brüste und wackelnden Hintern – allgegenwärtig sind und Paul das Leben erschweren; frei nach dem in Großbritannien beliebten Motto: das Gras ist immer grüner auf der anderen Seite des Zauns. Sei es seine Nachbarin oder seine Sekretärin, der arme Angestellte hat es schwer, sich zu konzentrieren und bewundert seinen Freund und Kollegen Ed (Robert Morse) insgeheim, da dieser es mithilfe diverser Tricks immer wieder schafft, vergnügte Schäferstündchen mit attraktiven Damen seiner Wahl zu verbringen, ohne das seine Frau davon je etwas mitbekommt.

Trotz seines anfänglichen Zögerns braucht Ed nicht lange, um Paul davon zu überzeugen, dass Seitensprünge etwas Natürliches und keine Gründe für ein schlechtes Gewissen seien. Bevor man jedoch diesem zweifelhaften Hobby, zu dem es sich bei Ed entwickelt hat, unbesorgt nachgehen kann, muss man den Leitfaden für Seitensprünge perfekt beherrschen – und wer würde sich besser für eine Nachhilfestunde eignen als Ed, der gerne dazu bereit ist, seinem Freund Paul wichtige Lektionen mit auf den Weg zu geben, wenn es darum geht, das Objekt der Begierde stilgerecht und ohne großes Aufsehen zu erregen, verführen zu können. Dies geschieht nicht nur mit Weisheiten aus dem Erfahrungsschatz des frivolen Fremdgängers, sondern auch mit illustrierenden Episoden, besetzt mit jenen Stars, die in den 60er Jahren zu den gefragtesten und beliebtesten Komikern der USA zählten: Lucille Ball, Phil Silvers, Terry-Thomas oder Carl Reiner geben sich ein Stelldichein in diesem seichten Film, indem sie jene Charaktere verkörpern, die entweder als schlechte Beispiele für misslungene Versuche des Betrügens herhalten müssen oder in all ihrer Glorie triumphierten und nun zweifelhaftes Vorbild für den schüchtern Paul sein sollen.

In Teilen wirkt der episodenhafte „Guide for the Married Man“ wie eine Sitcom, was in diesem Fall nicht unbedingt etwas Schlechtes sein muss, denn trotz der amoralischen Tipps, die hier augenzwinkernd gegeben werden, vermag Gene Kellys Film zumindest bis zur letzten halben Stunde ganz hervorragend zu unterhalten, erwartet man keine tiefschürfende Philosophie oder anspruchsvollen Humor, der sich hier nicht scheut, in seinem albernsten Gewand aufzutreten, gerne als Quasi-Stummfilm, unterlegt von tänzelnder Musik des späteren Star-Wars-Komponisten John Williams. Das größte Kompliment, was man diesem späten Ausläufer der Screwball-Comedy wohl machen kann, ist jenes, dass die konsequent eingeschobenen, kurzen Episoden keineswegs den Fortgang der Hauptgeschichte um Paul Manning behindern. Im Gegenteil. Trotz der Vielzahl der kleinen Storys, die eingepflegt wurden, entwickelt sich – gerade durch die geschickte Konzeption der Episoden – die Suche nach dem perfekten Seitensprung für Paul geradezu prächtig, denn mit jeder neuen Geschichte, die ihm zu Ohren kommt, gelangt er einen Schritt näher zu seinem schlussendlichen Ziel, seine reizende und überaus attraktive Frau zu betrügen. So ist „Guide for the Married Man“ nicht derart peinlich und flach, wie ein derartiges Sujet hätte geraten können. Als leichte Unterhaltung funktioniert er ganz prächtig.

Wertung: 3,5 von 5

Leitfaden für Seitensprünge erscheint am 9. Februar auf DVD

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Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings

Horror, Splatter , geschriebenam 20 Januar, 2012 von Keine Kommentare

(„Wrong Turn 4“ directed by Declan O’Brien, 2011)

Nach einer Rückblende ins Jahr 1974 und das derzeit florierende Sanatorium in Glenville, indem sich eine blutige Meuterei ereignet, wird der Zuschauer in die Zukunft katapultiert und das Jahr 2003 steht im Mittelpunkt. Eine Gruppe Teenager plant einen Ausflug in eine entlegene Berghütte, um dort in aller Seelenruhe zu snowboarden. Leider verliert der Gruppenführer in einem Schneesturm die Orientierung und wie der Teufel es will befindet sich ganz in der Nähe die alte, mittlerweile leerstehende Nervenklinik in der die jungen Menschen Unterschlupf suchen. Ganz so leer ist das riesenhafte Gebäude am Ende natürlich doch nicht. Drei Kannibalen haben sich häuslich eingerichtet und freuen sich über die bereitwillige Beute.

Erwartungsgemäß wird einer nach dem anderen abgeschlachtet und man hat sich von dem Beinamen „Bloody Beginnings“ wesentlich mehr Hintergrundgeschichte erwartet. Die typischen Klischees werden erfüllt. Augenscheinliche Gruppendynamik verliert sich stets im entscheidenden Moment und reißt eine Lücke in die ohnehin dünne Defensive der Teens.
Auch wenn einem die Idiotie der Darsteller oft auf die Nervenstränge schlägt, werden bei den expliziten Folterszenen Ekel und Mitleid hervorgerufen. Leider bleibt die Genugtuung der Rache aus, da die Rachegelüste der Frauen nicht ausreichen um es den Kreaturen heimzuzahlen und diese sich natürlich dennoch nicht erweichen lassen.

Ohne sich über die gewohnten Fehler und Unsinnigkeiten Gedanken zu machen, bietet Wrong Turn 4 zwar eine neuartige Umgebung verglichen mit seinen Vorgängern, aber immer noch genügend Spannung und blutige Erlebnisse, um stellenweise schon mal ins Schwitzen zu geraten, sofern man eben sein Logikzentrum deaktiviert.

Besser wäre es gewesen den vierten Teil einfach als unerklärte Fortsetzung zu wählen, anstatt eine möchtegern Vorgeschichte abzudrehen, nur weil dies zur Zeit „in“ zu sein scheint. Viel zu inkonsequent verfolgt Regisseur Declan O’Brien dieses angestrebte Ziel und so gerät der Versuch einer möglichen Erklärung für diese missgebildete Bedrohung absolut in den Hintergrund und wirkt schlicht kümmerlich.

Fazit: Eigenständig betrachtet ist Worng Turn 4 sicherlich einer der besseren Teile der Reihe, auch wenn es nach dem ersten recht spritzigen Part wieder hätte Schluss sein dürfen.
Mehr erwartet man bei einem Teenie-Splatter-Film aber nicht und so dürfen Fans sich ruhigen Gewissens bedienen.

Wertung: 5.5 von 10

Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings ist seit 12. Jänner auf Blu Ray und DVD erhältlich

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