Der unglaubliche Hulk

geschrieben von Candide am 7 September, 2008 Action, Comicadaption, Science Fiction 2 Kommentare
/2010/02/Marvel.jpg Review 6 von 12 von Das Marvel Universe [«Vorherige Rezension Nächste Rezension»]

Vor allem zu Beginn der Jahrtausendwende pressierte der amerikanische Comic-Major seine Superhelden auf die Leinwand zu bringen. Heute gibt es für (fast) jede größere Figur ein cineastisches Pendant, jedoch nicht immer zur Freude der pingeligen Fanbase.

(“The Incredible Hulk” directed by Louis Leterrier, 2008)

Hulk smash!” – Oh ja und wie. War ich bereits durch den Trailer und die geniale Besetzung erfreut, so darf ich nach ca. 110 Minuten Laufzeit eine Empfehlung weiter geben. Obwohl ich vom Vorgänger nach anfänglicher Skepsis auch schon überzeugt war, bietet der Film von Louis Leterrier doch einiges mehr und ich finde Edward Norton als “Milchbubi” Banner einfach passender als Eric Bana. Da, das grüne Monster dem Publikum bereits bekannt sein dürfte, hatte es der Regisseur aber auch etwas leichter. Hulk aka Bruce Banner (Edward Norton) befindet sich noch immer vor dem US Militär auf der Flucht. Er tarnt sich als Fabrikarbeiter in Brasilien, arbeitet parallel jedoch unaufhörlich daran seinen Laborunfall rückgängig zu machen. Er hat Kontakt per verschlüsselten Internet-Chat zum geheimnisvollen Mr.Blue, der sich später als der etwas verrückte Wissenschaftler Dr. Samuel Sterns (Tim Blake Nelson) vorstellen wird. Dies ist vor allem interessant was ein mögliches Sequel angeht, doch dazu später mehr. Es dauert nicht all zu lange und General Thaddeus ‘Thunderbolt’ Ross (William Hurt) kommt Bruce auf die Schliche und sein Standort wird somit lokalisiert Als der besessene Militär, Bruce im südamerikanischen Staat jedoch versucht festzunehmen, verwandelt sich dieser in Hulk und beschwört ein Inferno herauf. Als er wieder zu sich kommt, findet er sich in Guatemala wieder und kann sich nur bruchstückhaft an das Geschehen erinnern. Er entscheidet deshalb kurzerhand Mr.Blue persönlich kennen zu lernen und gemeinsam mit ihm eine Lösung des Problems zu finden. Dazu benötigt er aber die Hilfe von seiner Ex-Freundin Betty Ross (Liv Tyler) aus New York, denn diese ist im Besitz der wertvollen “Hulk-Files”. Betty, die Tochter von General Thunderbolt, die Bruce für Tod hielt, scheint im übrigen die Einzige zu sein, die das grüne Monstrum besänftigen kann. Während die Wissenschaftler also eine Art Anti-Hulk-Serum erfinden wollen, heuert das amerikanische Militär den erfahrenen Soldat Emil Blonsky (Tim Roth) an. Dieser beinharte Kerl soll dem Hulk also den Garaus machen, doch um mit ihm zu konkurrieren sieht er sich bald gezwungen sich den Gamma-Strahlen auszusetzen, denen Bruce Banner seine Kraft verdankt. Er verwandelt sich somit zum widerwärtigen Abomination, der schnell total außer Kontrolle gerät und anfängt den Big Apple in Schutt und Asche zu legen. Unnötig zu erwähnen, dass Bruce Banner dagegen was unternehmen wird oder?
Einer der ersten Anti-Helden der Marvel Comics und immer noch wirkt er sehr frischt. Die Idee des gespaltenen Mann à la Dr.Jekyll und Mr.Hide war schon in den 60ern nicht sonderlich originell, aber es funktioniert und das ist die Hauptsache. Stan Lee, der Hulk-Erfinder, hat übrigens selbst nie einen Hehl daraus gemacht, dass seine Kreatur aus diversen Quellen wie etwa Frankenstein oder eben der oben genannten Novelle entstammt. Stan “The Man” Lee selbst kommt natürlich auch wieder in diesem Marvel-Streifen in einer kleinen Nebenrolle vor (er erleidet einen Anfall durch das mit Hulkblut verseuchte Getränk). Erwähnenswert auch noch der kleine Nebenpart von Lou Ferrigno als lässiger Wachmann, den hartgesottene Fans noch aus der TV-Serie “Hulk” Ende der 70er kennen werden. Auch sonst mangelt es nicht an Anspielungen. Die wichtigste davon dürfte aber wohl am Schluss des Filmes kommen wenn Anthony Stark (Robert Downey Jr.) den Raum betritt. Richtig, genau der Anthony Stark der im Film “Iron Man” der Mann in der Blechbüchse selbst ist. Dies ist deshalb von immenser Bedeutung, da erstmals die geliebt/gehasste Marvel-Continuity auf der Leinwand eingeführt wird. Wie bereits nach dem Abspann von “Iron Man”, geht es um ein bevorstehendes “Superteam”, nämlich die Avengers (im deutschen Sprachraum bekannt als “Die Rächer“). Man darf also gespannt sein ob tatsächlich ein Film kommt. Nachdem ich aber im aktuellen Jahr mit “The Dark Knight“, “Iron Man” und nicht zuletzt mit “The Incredible Hulk” wirklich außergewöhnliche Streifen sehen durfte, bin ich optimistisch. Bei den Superhero-Verfilmungen scheint sich also mächtig was zu tun, nicht zuletzt lässt das hier die Herzen der Comic-Fans höher schlagen. Nuff said.


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2 Kommentare zu “Der unglaubliche Hulk”

  1. Der kleine Candide sagt:

    Interessant übrigens auch, dass das Film-Poster ein bekanntes Comic zitiert:

    Amazing Spider-Man Vol 1 #50
    Juli, 1967
      Zitiere

  2. Der kleine Candide sagt:

    Was ich übrigens noch vergessen habe zu erwähnen, ist der nicht unwichtige Auftritt von Doc Lennord Samson (Ty Burell).
    Die Story lehnt sich übrigens ziemlich an den Comic-Zyklus von Bruce Jones (bis 2003) an. Schade, dass der talentierte Autor seine Arbeit beim Comic-Book “The Incredible Hulk” plötzlich geschmissen hat und einen Exklusiv-Vertrag mit DC unterschrieben hat. Das – in Europa – aktuelle Marvel-Event “World War Hulk” kann ich trotzdem jeden wärmstens empfehlen ;)   Zitiere

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