Chaos Dragon

Chaos Dragon Vol. 1 [Midview]

Chaos Dragon
„Chaos Dragon Vol. 1“ ist seit 18. Juli auf DVD und Blu-ray erhältlich

Einst war Nil Kamui ein respektiertes eigenständiges Königreich gewesen. Bis zu jenem Tag, an dem sich das Land Kouran entschloss, den Nachbarn einzuverleiben. Ohne die Unterstützung des anderen Nachbarn Donatia blieb Nil Kamui chancenlos. Und auch der Rote Drache, eigentlich Schutzgott von Nil Kamui, tat wenig, um das Unglück zu verhindern. Im Gegenteil: Das mächtige Wesen lief plötzlich Amok, verbrannte wahllos Dörfer und tötete deren Bewohner. Ibuki, Sohn des verstorbenen Königs, hatte sich ursprünglich aus dem Machtgerangel raushalten wollen. Doch als das Schicksal seiner Freunde auf dem Spiel steht, entschließt er sich doch dazu, einen Pakt mit dem Roten Drachen einzugehen. Der verleiht Ibuki die Macht, einen Gegner zu töten, fordert umgekehrt aber auch ein Opfer.

Dieses ständige Abwägen – opfere ich einen Freunde, um die anderen zu retten? – ist es, was Chaos Dragon zunächst auszeichnet. Gleich in drei der vier Folgen, welche die erste Volume enthält, wird Ibuki vor diese unmenschliche Entscheidung gestellt. Ansonsten gefällt der Fantasyanime bislang durch sein Kriegszenario, in dem mehrere Länder teils auf recht blutige Weise um die Vorherrschaft buhlen, sowie einige groteskere Figuren. Da werden munter Menschen mit Monstern gekreuzt, ein dem Namen nach unsterblicher Händler ist mehr Maschine denn Mensch. Im Vergleich zu diversen anderen rollenspielinspirierten Animes hat man sich hier also durchaus so seine Gedanken gemacht, wie man sich von der Masse unterscheiden könnte.

Charakterlich sind die Figuren jedoch eher schwach ausgeprägt: Über den König wider Willen erfährt man nicht allzu viel, über die Leute drumherum noch weniger. Und auch die angekündigten großen Drachen, welche Erinnerungen an den Klassiker Record of Lodoss War wach werden lassen, zieren sich derzeit noch ein bisschen. Dafür ist die Umsetzung ganz hübsch. Wie zuletzt bei Dusk Maiden of Amnesia auch experimentiert das Animationsstudio Silver Link, das zusammen mit Connect für die Anime-Umsetzung des Multimediaprojekts zuständig war, hier kräftig mit düsteren, teils recht ungewöhnlichen Farben. Wohin die Reise hier noch geht, lässt sich noch nicht so ganz abschätzen. Da werden wir uns noch bis zum 19. September gedulden müssen, wenn die zweite von drei Volumes hierzulande erscheint.



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