(„L`enquete corse” directed by Alain Berbérian, 2004)

Remi Francoise (Christian Clavier) ist ein engagierter Privatdetektiv, dem es finanziell nicht schlecht zu gehen scheint. Dennoch wittert er eine Chance, als er den Auftrag erhält, den Korsen Ange Léoni (Jean Reno) aufzuspüren, um ihn über sein Erbe zu informieren. Doch kaum hat Remi einen Fuß auf die Insel Korsika gesetzt, stolpert er von einem Schlamassel in den nächsten, denn die Korsen sind ein ganz eigenes Volk und mögen anscheinend keine Festländer. Zu allem Übel stellt sich heraus, dass Léoni ein gefürchteter Mann auf der kleinen Insel ist und er außer von Remi noch von der Polizei, dem Geheimdienst und einer Gruppe Freiheitskämpfern gesucht wird. Als sich der Privatdetektiv auch noch in die schöne Schwester (Caterina Murino) Léonis verkuckt, wendet sich das Blatt und Privatschnüffler und Gangster machen gemeinsame Sache.

Zuerst die schlechte Nachricht. Der Film ist in all seiner Spiellänge eigentlich langweilig. Doch das Positive überwiegt ganz klar. Der französische Humor ist etwas Besonderes, etwas ganz Eigenes und um ihn mit drei Worten greifbar zu machen: Unschuldig, ehrlich und direkt. Willkommen bei den Korsen ist wunderbar gespickt mit Pointen und herausgehauenen Sätzen, die man so aus dem amerikanischen, geschweige denn dem deutschen Kino überhaupt nicht kennt. Schade, denn genau das rettet zumindest diesen gemütlichen Film davor ein Flop zu sein. Natürlich spielen die Darsteller eine nicht unbedeutende Rolle dabei, denn mit Jean Reno, als stoffeligen Gangster und Christian Clavier als tollpatschigen Detektiv, hat der Regisseur Alain Berbérian alles richtig gemacht.

Zwar erinnert Clavier nur entfernt, und wenn an die schlechteren Tage eines Louis de Funès, doch wer dessen Humor ohnehin teilt, wird auch hier nicht enttäuscht werden. Die Aufnahmen, die während des Drehs entstanden sind und während des Abspanns präsentiert werden, lassen leider nur erahnen, was für eine lustige Truppe an Darstellern und Crew-Mitglieder hier am Werke gewesen sein muss, denn keiner ist sich zu schade einen Witz auf sich oder ihre korsische Heimat loszuwerden. Das ist sozusagen das i-Tüpfelchen, was den Zuschauer dazu bewegt, Willkommen bei den Korsen als einen schönen Sonntagsnachmittagsfilm anzusehen, welcher zumindest einmal gut unterhalten kann.

Eine sympathische, französische Action-Komödie mit einer zweitklassigen Story, ordentlichen Darstellern und einigen, aber leider zu wenigen, lustigen Gags. Kenner und Liebhaber der französischen Humorküche sollten sich vor einer Sichtung nicht scheuen.

Wilkommen bei den Korsen erscheint am 10. März auf DVD

Willkommen bei den Korsen
3.67 (73.33%) 15 Artikel bewerten

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2 Responses

  1. Tanja Grossmann

    Gute Kritik, aber über einige Gags kann man auch nur lachen, wenn man diese Insel bereist und die Korsen „erlebt“ hat. Jean Reno hat seine Heimat herrlich auf die Schippe genommen!

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  2. Martin Zopick

    Mit Jean Reno als Ange Leoni und Christian Clavier als Jack Palmer (dessen vier Töchter wir bereits kennen und lieben gelernt haben) stehen zwei großartige Darsteller an der Spitze des Ensembles. Der erste garantiert Komik mit knallharter Haudrauf-Dynamik, der zweite feinfühlige Ironie und französischen Charme. Und weil das Auge ja bekanntlich ‘mitisst‘ sorgt Exbond-Girl Caterina Murino für optische Anreize auch wenn die Lovestory nicht gerade zwingend ist.
    Das Ergebnis ist ein sehr unterhaltsamer Sommerfilm mit allerdings nur kaum vorhandenem korsischem Einschlag. Dagegen betont die Inszenierung die Rolle von Ange Leoni. Es gibt jede Menge Geheimdienste auf der Insel, die sich zum Affen machen und für Komik sorgen und Freiheitskämpfer, die ab und zu an die Front zur Befreiung Palästinas im Leben des Bryan heranreichen. Die Handlung selbst ist von geringer Bedeutung. Manch überraschende Wendung hält den Zuschauer bei Laune, und die Dialoge sind mitunter auch recht munter. (‘Darf man über die Korsen lachen?‘ – ‘Ja klar – aber lieber nicht!‘). Einfache Kost zum Entspannen ohne zu Verblöden. Einziger Anspruch ist die Unterhaltung. Und die wird ausreichend geliefert.

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